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A 57  Vollsperrung nach Brandstiftung

Autobahn A 57 Vollsperrung Unfall Brückenbrand 01

Frei Fahrt am Autobahnkreuz Neuss-Süd

Autobahn A 57 Vollsperrung Unfall Brückenbrand  Autobahnkreuz A46 Neuss-Süd 55

Der Verkehr wird auf die A 46 umgeleitet

Autobahn A 57 Vollsperrung Unfall Brückenbrand Autobahnmeisterei 10

Autobahnmeisterei Kaarst im Einsatz

Autobahn A 57 Vollsperrung Unfall Brückenbrand A46 Neuss-Süd 2

Blick auf die gesperrte A 46

Die Brandstiftung
In der Nacht zum 14. Februar 2012, haben unbekannte Schwerverbrecher kurz nach Mitternacht mit erheblichem Aufwand und Brandbeschleunigern eine schwer entflammbare gestapelte Röhrenladung in Brand gesetzt. Diese Ladung, mit einer Gesamtlänge von rund 700m, vorgesehen für eine nahe gelegene Baustelle, ausgerechnet für das Fernmeldenetz des Landesbetriebes Straßen.NRW, war unter einem A-Bauwerk der A 57 bei Dormagen abgestellt.
Ob eine seit Frühjahr 2011 im Raum Dormagen und Grevenbroich anhaltende Brandserie mit dem oder den Tätern in Zusammenhang steht, ist derzeit Aufgabe intensiver polizeilicher Ermittlungsarbeit. Auch wird eine Verbindung zu einem Kfz-Diebstahl geprüft, da man in der Nähe des Tatortes ein gestohlenes Fahrzeug vom Typ VW T5 fand, welches mit Wucht in einem Zaun gefahren wurde.
Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Tötung. Es drohen mehrere Jahre Haft.

Als diese Kunststoffrohre dann brannten, entwickelten diese zu eine solch enorme Hitze, Experten gehen von rund 1.000 Grad Celsius aus, daß die darüber liegenden  Brücken schwer beschädigt wurden. Wie die meisten  A-Bauwerke besteht auch diese Unterführung aus zwei baulich von einander getrennten Brücken. Je ein Bauwerk für eine Richtungsfahrbahn. Beide Bauwerke wurden dabei nahezu irreparabel beschädigt

Die Katastrophe
Durch die enorme Rauchentwicklung entstand auf der Autobahn selber kurz nach Mitternacht eine schwarze undurchsichtige Wand, in deren unmittelbarer Umgebung zahlreiche schwere Unfälle auf beiden Richtungsfahrbahnen nicht zu vermeiden waren. Sechs Lkw und 15 Pkw waren darin verwickelt. Ein Toter und dreizehn teils Schwerverletzte, von denen eine Frau noch in Lebensgefahr schwebt, sind zu beklagen.

Rund 200 Helfer waren bis in die Abendstunden des 14.2.2012 im Einsatz. Da die Brücken Einsturz gefährdet waren, mußten viele Fahrzeuge mit Hilfe von Seilwinden geborgen werden.

Die Schäden
Durch die starke Hitze ist der Stahl in der Brücke erschlafft. Der Beton ist auf der gesamten Unterseite, auch an nicht direkt von den Flammen erreichten Stellen , in teils großen Brocken abgeplatzt. Durch den Brand ist das Teilbauwerk in Fahrtrichtung Köln besonders stark geschädigt worden. Sah es am anderen Tage zunächst noch so aus, als könnte das Brückenbauwerk in der Gegenrichtung nach Düsseldorf erst einmal abgestützt werden, um dort Autos in einer 3+0 Verkehrsführung fahren lassen zu können, kamen die Statiker des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen schnell zu dem Schluß, daß die beschädigte Autobahnbrücke im Verlauf der A 57 bei Dormagen komplett abgerissen und erneuert werden muß.

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Die Vollsperrung
Kurz nach dem Unfall wurde die Autobahn A 57 zwischen dem Autobahnkreuz Neuß-Süd und der Anschlußstelle Dormagen voll gesperrt. Nach dem die erste Hoffnung die Strecke nach wenigen Tagen wieder frei geben zu können schnell geplatzt war, richtet man sich nun auf einen Dauerzustand bis Ostern oder gar Ende April ein

Die Umleitungen
Im betroffenen Streckenabschnitt wurden 2010 im täglichen Durchschnitt 69.100 Fahrzeuge gezählt.

Der linksrheinische Verkehr läuft zum Teil über die A 61, wo neben erhöhtem Verkehrsaufkommen auch längere Staus festgestellt wurden.
Der Fernverkehr Richtung Süden wird ab dem Autobahnkreuz Neuß-Süd über die A 46 zu den rechtsrheinischen Autobahnen A 59 und A 3 geleitet, die beide ohnehin stark belastet sind. In Richtung Norden sind die Tangenten nach Krefeld im AK Köln-Nord teilgesperrt. Ab der Anschlußstelle Dormagen ist auch hier die A 57 vollgesperrt.

Der Nahverkehr quält sich zwischen Dormagen und der AS Neuß-Uedesheim (A 46) über die B 9. Obwohl die Ampelschaltungen angepaßt wurden, reicht die Kapazität dieses rund 2000 Jahre alten römischen Heerweges bei weitem nicht aus, um mehrere 10.000 Fahrzeuge zusätzlich zu bewältigen. Es kommt tagsüber ständig zu kilometerlangen Stauungen. Nach den verkehrsärmeren Karnevalstagen spitzt sich diese Situation weiter zu.

Die Anwohner leiden unter erheblicher Lärm- und Abgasentwicklung Auch andere Orte sind in starkem Maße vom Verkehr, der sich notgedrungen andere Wege suchen muß, betroffen. Selbst die Rheinfähre Zons meldet lange Wartezeiten.

Die Lieferungen für die Industriebetriebe in Dormagen-Stürzelberg und Neuß-Norf mit Bahn + Lkw sind durch die Brandstiftung stark behindert. Höhere Kosten sind wahrscheinlich und Umsatzeinbußen sind nicht auszuschließen.

Die Pendler benötigen für Entfernungen, die normaler Weise auf der A 57 in wenigen Minuten zurückgelegt werden konnten, nun bis zu zwei Stunden über innerörtliche Straßen. Die Gesamtfahrzeiten über die anderen Autobahnen (A 3 oder A 59) haben sich verdreifacht.

Durch die planerischen Lücken im Autobahnnetz (aufgegebene A 54 Worringen - B 9 - Monheim; unvollständige A 542 bzw. B 59 Grevenbroich - Köln) stehen weitere Entlastungsstrecken auf linksrheinischer Seite nicht zur Verfügung.

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Der Boden ist übersät mit abgebrochenen Betonstücken

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Überbau komplett schwarz von Ruß

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Stark geschädigter Pfeiler

Die Raststätte
Bei Betriebskilometer 94,9 liegen an den Seiten der Autobahn A 57 die Tank- und Rastanlagen Nievenheim West und Ost. Am Tag nach der Katastrophe waren die Mitarbeiter noch mit Reinigungsarbeiten und anderen organisatorischen Tätigkeiten beschäftigt. Gelegentlich kam ein Helfer rein und kaufte Essen und Getränke.

Bis zur Wiederfreigabe des Verkehrs werden beide T+R geschlossen bleiben.

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Völlig verwaist - die Tank- und Rastanlagen Nievenheim Ost und West

Die Zukunft
Die bisherige Brücke wird bis Anfang März komplett abgerissen. Anschließend wird für jede Richtungsfahrbahn eine zweistreifige Behelfsbrücke errichtet. Die dafür benötigten Fertigbauteile liegen nur wenige Kilometer entfernt an der A 52 bei Willich-Schiefbahn und an der Autobahnmeisterei Mönchengladbach.
Weiter muß ein Damm aufgeschüttet werden um eine dritte Behelfsbrücke für die Zeit des Neubaues zu errichten. Für Auf-, Betrieb und Abbau der Behelfsbrücken werden Kosten von mehreren Millionen euro befürchtet.
Auf den Behelfsbrücken wird es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h und ein Überholverbot für Lkw geben. Hier sind weitere Staus zu erwarten.

Da die A 57 zwischen Neuß-Süd und Köln-Nord sechsstreifig ausgebaut werden soll, wäre es natürlich wirtschaftlich nicht zu verantworten hier nur Neubauten mit dem bisherigen Regelquerschnitt von 28,50 m zu erreichten. Das Planfeststellungsverfahren läuft zwar schon, muß aber natürlich aufgrund der aktuellen Situation erheblich beschleunigt werden. Nach Abschluß desselben muß der Neubau europaweit ausgeschrieben werden. Die Bauzeit selber wird dann noch einmal rund eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Kosten liegen bei rund vier bis fünf Millionen euro.

Behelfsbrücke 9

Bauelemente einer Behelfsbrücke im Lager

Behelfsbrücke 17

Modell einer Behelfsbrücke

Vergleiche:

A 57 Die Brücke >Ernteweg< vor und nach der Brandkatastrophe

A 57 Brückenabriß nach Brandstiftung

Weitere Informationen:

Massencrash auf der A 57 (Kurzfilm + Bilder)

A 57 Massenkarambolage - Polizei geht von Brandstiftung aus (Kurzfilm + Bilder)

Massenkarambolage auf der A 57 (Kurzfilm)

A 57 Schlimmer als befürchtet (Kurzfilm)

A 57 Brücke einsturzgefährdet (Kurzfilm)

A 57 Aktuelle Stunde (Kurzfilm)

A 57 Schwierige Bergung (Kurzfilm)

A 57 Totalschaden (Hörbeitrag)

A 57 Behelfsbrücke geplant (Hörbeitrag)

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