Rodenkirchen 10

 

 

 

A 40  Erkundung eines alten Bergbauschachtes

A40 Essen-Frillendorf Huckarder Straße

Ist-Zustand der Lärmschutzanlagen bis Anfang 2014 in Essen-Frillendorf (Bild Straßen.NRW)

A40 Essen-Frillendorf Huckarder Straße 2014

Plan für Ausbau und Erneuerung der Lärmschutzanlagen bis Ende 2015 (Bild Straßen.NRW)

Höchste Vorsicht unter der Autobahn

(Straßen.NRW / eA) Zur weiteren Verbesserung des Lärmschutzes an der A 40 in Essen-Frillendorf plant der Landesbetrieb Straßen.NRW den Einbau neuer Lärmschutzwände im Bereich der Huckarder Straße. Die bereits vorhandenen und in die Jahre gekommenen Lärmschutzelemente, mit einer Höhe von 3,50 m und einer Gründung von 1,20 – 1,40 m im Boden, sollen durch die neusten Bauarten mit einer Gesamthöhe von 7,50 m ersetzt werden. Dies macht Tiefgründungen mit Bohrpfählen von einem Meter Durchmesser und Tiefen von acht – zehn Metern nötig.

Im Zuge der Erkundung der Leitungssituation (Gas, Wasser, Strom, Fernmeldeleitungen u.ä.) ergab sich ein Hinweis auf einen möglichen „Schurfschacht“ für den Flöz „Mausegatt“ der ehemaligen Zeche „Joachim“. Dazu wurden bergbauliche Unterlagen gesucht, gefunden und ausgewertet. Nach diesen soll die Tiefe des Schachts 55,90 m betragen. Der Querschnitt wird in den Unterlagen der Bergbehörde mit 2,40 Meter x 1,80 Meter angegeben. Die Verkleidung der Wände soll aus Holz sein. Nach einem im Archiv der Bergbehörde vorhandenen Vermessungsprotokoll vom 18. September 1847 soll der Schacht zu dieser Zeit bereits verfüllt worden sein. Im Regelfall wurde zur damaligen Zeit ein Mauergewölbe am oberen Ende des Schachtes errichtet und dieser damit verschlossen. Darauf wurde meist Erde und Mutterboden aufgetragen. So konnte der Schacht in Vergessenheit geraten und im folgenden Jahrhundert überbaut werden.

Der Schacht, oder seine Reste, werden im Bereich der A 40 in Fahrtrichtung Bochum am rechten Fahrbahnrand in Höhe der Wohnbebauung Huckarder Straße 10 bis 20 vermutet. Maximal 15 Meter Differenz in jede Richtung sind grundsätzlich nicht auszuschließen.

A40 Ruhrschnellweg Essen-Frillendorf Bergbauschacht 4

A 40 in Essen-Frillendorf - Rifa Dortmund

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Mutmaßlicher Bereich des Schachtes (Straßen.NRW)

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Blick nach Osten über den Ruhrschnellweg - rot markiert der möglich Bereich des Schachtes (Bild Straßen.NRW)

Im gesamten Bergbaugebiet der Ruhrregion besteht eine latente Gefahr durch Überbleibsel der Bergbaues der letzten Jahrhunderte. Damit aus dieser, meist nicht völlig auszuschließenden Möglichkeit, erst gar keine konkrete Bedrohung entstehen kann, ergreift Straßen.NRW eine ganze Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer und Anwohner.

Der Landesbetrieb läßt daher als erstes die vorhandenen Angaben zu überprüfen und den Bergbauschacht nun untersuchen. Hierbei soll der Schacht mit Hilfe von Schräg- bzw. Erkundungsbohrungen von Süden (Huckarder Straße) nach Norden (A 40) erkundet werden. Die Ergebnisse wertet eine von Straßen.NRW beauftragte Fachstelle für Baugrund- und Bebauungsfragen in Bergbaugebieten, die DMT GmbH & Co. KG, aus. Sie dienen als Grundlage für die Beurteilung des Standsicherheitsrisikos und gegebenenfalls notwendige Verpress- oder Verfüllarbeiten mit Füllgut und Zuspritzungen von Zementsuspension – sollte der Schacht entgegen den Unterlagen nicht oder nicht vollständig verfüllt sein. Wie lange die Maßnahme dauert, hängt von den Ergebnissen der Bohrungen ab. Die Huckarder Straße, eine städtische Straße, wird deshalb in diesem Abschnitt auf ca. 30 Metern für die Zeit der Arbeiten voll gesperrt.

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Lage und Reihenfolge der Erkundungsbohrungen (Bild Straßen.NRW)

Liegt der Schacht im erwartetem Bereich, dürften die Arbeiten innerhalb der verkehrsärmeren Osterferien abgeschlossen werden. Liegt der Schacht abseits des Straßenraumes (z.B. unter der dortigen Wohnbebauung), so werden die schon jetzt einbezogenen bergbaulichen Behörden und Institutionen sich weiter darum kümmern. Sollte der Schacht jedoch wider Erwarten unter dem Hauptfahrstreifen oder einem der beiden Überholfahrstreifen liegen, so hat sich Straßen.NRW frühzeitig auf alle Möglichkeiten vorbereitet und hält daher ein umfangreiches Maßnahmenpaket bereit. Auch eine Teil- oder Vollsperrung der Richtungsfahrbahn Dortmund der A 40 zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle Essen-Frillendorf-Süd - sollten Verpress- oder Verfüllarbeiten notwendig sein – wäre nicht auszuschließen.
Rechtzeitig wurden daher schon hunderte von Umleitungsbeschilderungen produziert und an den hierfür vorgesehenen Stellen im Straßennetz plaziert. Die Schilder bleiben bis auf weiteres verdeckt und können bei Bedarf kurzfristig aufgestellt und "sichtbar“ werden. Auch eine Sperrung der Busspuren im Mittelstreifen der A 40 zwischen Essen-Huttrop und Essen-Kray kann nicht ausgeschlossen werden und wurde mit den Stadtwerken abgesprochen.

Die Bohrungen beginnen am Montag den 14. April 2014. Der Landesbetrieb Straßen.NRW wird über erste Ergebnisse und deren Folgen zeitnah informieren.

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Schematische Darstellung der vermuteten Situation für die Erkundungsbohrungen (Bild Straßen.NRW)

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Mögliche Zufuhr von weiteren Füllmassen (Bild Straßen.NRW)

12_BAB40_Alter_Bergbauschacht_Injektion der Tagesoeffnung

Mögliche Zuspritzungen von Zementsuspension zur Erhöhung der Festigkeit (Bild Straßen.NRW)

13_BAB40_Alter_Bergbauschacht_Dauerstandsichere Tagesoberflaeche

Weitere Stabilität durch Zementrippen (Bild Straßen.NRW)

Vergleiche:

A 40 >Das Haus der Fußball Weltmeisterschaft<

Weitere Informationen:

Straßen.NRW  A 40: Lärmsanierung zwischen Essen-Ost und Gelsenkirchen-Süd

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